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Fallen Granulate aus Polymeren nach REACH unter die Definition der Stoffe/Gemische oder der Erzeugnisse?

Helpdesk-Nummer: 0112

Die Definitionen für Stoffe, Gemische und Erzeugnisse legt Artikel 3 (Nummer 1, 2 und 3) der REACH-Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 fest. Granulate sind Stoffe oder Gemische, da die Form der Granulatteilchen keiner bestimmten Funktion dient.

Eine Registrierung im Rahmen von REACH bezieht sich nur auf Stoffe, Gemische und Erzeugnisse als solche werden nicht registriert, sondern ggf. die darin enthaltenen Stoffe.

Es gilt daher, dass jeder Stoff, der in ein Gemisch eingeht und in einer Menge von 1 Tonne pro Jahr oder mehr hergestellt oder importiert wird, registriert werden muss.

Ausgenommen von der Registrierung sind gemäß Artikel 2 Absatz 9 der REACH-Verordnung Polymere. Registrieren muss der Hersteller oder Importeur eines Polymers den Monomerstoff/die Monomerstoffe oder einen anderen Stoff/andere Stoffe, der/die noch nicht von einem vorgeschalteten Akteur der Lieferkette registriert wurden. Voraussetzung ist, dass sie in einem Anteil von mindestens 2 Massenprozent (w/w) im Polymer gebunden vorliegen und die Gesamtmenge dieses Monomers/anderen Stoffes 1 Tonne pro Jahr erreicht bzw. überschreitet.

Polymere als solche sind Stoffe, sie werden aber oft mit Additiven, Weichmachern, Farbpigmenten usw. versetzt. Es handelt sich dann um Gemische im Sinne von REACH.

Hier stellen sich also folgende Fragen:

Welche Stoffe neben den Polymeren befinden sich in den Gemischen, und in welchen Mengen werden sie verwendet? Welche dieser Stoffe werden selbst hergestellt oder aus einem Nicht-EU-Land importiert (denn nur dann besteht die Registrierungspflicht)?

Sind die Lieferanten des Gemisches in der EU ansässig, sind diese als mögliche Hersteller bzw. Importeure der einzelnen Stoffe für deren Registrierung zuständig. Der Formulierer des Gemisches ist laut REACH-Verordnung ein nachgeschalteter Anwender. Das bedeutet, er muss der Informationspflicht nach Titel V der Verordnung nachkommen. Dazu gehört im Bedarfsfalle u. a. die Erstellung von Sicherheitsdatenblättern (SDB) und die Sicherstellung, dass die eigenen Verwendungen eines Stoffes in den SDBs der Lieferanten aufgeführt sind.