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Informationsveranstaltung: "Auswirkungen der Kandidatenliste: Aufwand und Nutzen"

Die Veranstaltung fand am 11. April 2011 in Dortmund statt.

Die 1. Kandidatenliste wurde bereits am 29. Oktober 2008 veröffentlicht und wird fortlaufend erweitert. Seitdem erreichen den Helpdesk sehr viele Anfragen, denn die REACH-Verordnung verpflichtet nicht nur zur Registrierung von Stoffen, sondern auch zu einer umfassenden Informationsweitergabe zu diesen Kandidatenstoffen. Davon betroffen sind daher nicht nur Stoffhersteller oder Importeure, sondern alle Akteure der Lieferkette werden vor neue Herausforderungen gestellt. So müssen Stoffe, die zukünftig unter REACH einer Zulassungspflicht unterliegen sollen, erst einmal als besonders besorgniserregende Stoffe, sogenannte SVHCs (substances of very high concern), identifiziert werden, um dann in die Kandidatenliste aufgenommen werden zu können. Die Aufnahme in diese Liste führt dazu, dass Lieferanten eines Erzeugnisses, das mehr als 0,1% eines solchen Kandidatenstoffes enthält, ihre Abnehmer darüber informieren müssen. Diese Pflicht trifft jeden Lieferanten dieses Erzeugnisses in der Lieferkette. Aber auch der Verbraucher hat ein Auskunftsrecht beim Hersteller oder Händler, darüber ob ein Erzeugnis einen SVHC enthält.

In der Praxis zeigt sich, dass gerade diese Informationspflichten große Probleme aufwerfen. Wie kommen Erzeugnislieferanten an diese Informationen, wenn bereits eine komplexe Lieferkette durchlaufen worden ist? Hiervon sind insbesondere Handelsunternehmen mit großem, häufig wechselnden Warenangebot betroffen, vor allem wenn die Liste, die zur Zeit noch übersichtlich ist, deutlich erweitert wird. Und die Erweiterung ist eine Forderung, die nicht nur von Verbraucherschutzorganisationen erhoben wird, sondern auch von der Europäischen Kommission unterstützt wird.

Von der Informationspflicht sind auch Recycling-Unternehmen betroffen. Von diesen wird verlangt, wenn sie aus Abfall, der SVHCs enthalten kann, ein Erzeugnis produzieren, den Abnehmern entsprechende Informationen zu geben. Die Recycling-Industrie ist hier herausgefordert, diese Informationen überhaupt zu bekommen und weiterzuleiten, was bis hin zur einer chemischen Analyse des Abfalls oder Erzeugnis führen kann.

In einer BUND-Studie wurden im Jahr 2010 Verstöße gegen das REACH-Verbraucherauskunftsrecht festgestellt, aber auch anhand der beim Helpdesk eingehenden Fragen wird ersichtlich, dass große Wissensdefizite in der gesamten Lieferkette bestehen. Aufgrund dieser Defizite als auch der teilweise kontroversen Diskussion zur Produktsicherheit und zu Schadstoffen in Erzeugnissen wurden bei der Veranstaltung Erfahrungen und Hinweise zur praktischen Umsetzung ausgetauscht und diskutiert.

Nachfolgend finden Sie das Programm und die Vorträge.

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