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Ausarbeitung eines Stoffsicherheitsberichtes

In der Regel müssen Sie als nachgeschalteter Anwender keinen eigenen Stoffsicherheitsbericht ausarbeiten. Erst wenn Sie von Ihrem Lieferanten ein Sicherheitsdatenblatt erhalten, in dem mögliche Verwendungen für den Stoff aufgezählt sind, Ihre Verwendung darin aber nicht zu finden ist, müssen Sie in dieser Hinsicht aktiv werden. Zunächst einmal haben Sie die Möglichkeit, Ihrem Hersteller Ihre Verwendung mitzuteilen, so dass er diese in einem neuen Sicherheitsdatenblatt mit aufführt (siehe Anwendung von Risikominderungsmaßnahmen).

Sollten Sie Ihrem Hersteller die Verwendung nicht mitteilen wollen oder sollte er in dem Sicherheitsdatenblatt von dieser Verwendung abraten, sind Sie unter Umständen verpflichtet, selbst einen Stoffsicherheitsbericht zu schreiben. Sie können auf den eigenen Stoffsicherheitsbericht verzichten, wenn (Artikel 37 (4))

  • für den Stoff oder die Zubereitung kein Sicherheitsdatenblatt notwendig ist d. h. der Stoff / die Zubereitung ist als nicht gefährlich eingestuft),
  • Ihr Hersteller nicht zum Schreiben eines Stoffsicherheitsberichtes verpflichtet ist, da er den chemischen Stoff in Mengen von weniger als 10 t/a herstellt,
  • Sie als nachgeschalteter Anwender den Stoff oder die Zubereitung in Mengen von weniger als 1 t/a verwenden,
  • Sie die im Sicherheitsdatenblatt beschriebenen Expositionsszenarien umsetzen,
  • Sie den Stoff lediglich zu Forschungszwecken verwenden,
  • die Konzentration des Stoffes in einer Zubereitung unterhalb bestimmter Grenzwerte bleibt.

Trifft bei Ihnen keiner dieser Punkte zu, werden Sie einen Stoffsicherheitsbericht schreiben müssen. Das heißt, Sie müssen die von einem Stoff ausgehende Gefahr für Mensch und Umwelt beurteilen und gegebenenfalls Expositionsszenarien entwickeln (Anhang XII: "Allgemeine Bestimmungen für nachgeschaltete Anwender zur Bewertung von Stoffen und zur Erstellung von Stoffsicherheitsberichten").

Als Autor eines Stoffsicherheitsberichtes tragen Sie die Verantwortung für den Inhalt. Sie müssen dort (ebenso wie Ihr Hersteller Ihre Verwendung aufzunehmen hatte) die Verwendungen Ihrer Kunden mit aufnehmen, und Sie müssen den Bericht stets auf dem aktuellen Stand halten (Artikel 38 (7)). Außerdem müssen Sie eine Mitteilung an die Agentur machen, mit der Sie über die Identität des Stoffes und Ihre Verwendung des Stoffes informieren (Artikel 38 (1)).

Kommen Sie bei der Ausarbeitung Ihres Stoffsicherheitsberichtes in Bezug auf die Einstufung des chemischen Stoffes auf ein anderes Ergebnis als Ihr Hersteller, müssen Sie die Agentur in Helsinki darüber informieren (Artikel 38 (4)).

Mitteilung des nachgeschalteten Anwenders nach Artikel 38

Hat ein nachgeschalteter Anwender einen Stoffsicherheitsbericht gemäß Artikel 37 zu erstellen oder beruft er sich auf die Ausnahme davon gemäß Absatz 4 c) oder f) desselben Artikels muss eine Mitteilung an die Chemikalienagentur erfolgen. Diese Mitteilung muss die Informationen nach Artikel 38 Absatz 2 enthalten.

Informationen nach Artikel 38 Absatz 2Bezug
Identität des Anwenders sowie KontaktangabenAnhang VI Abschnitt 1.1
Registrierungsnummer/n, falls verfügbarArtikel 20 Absatz 3
Identität der/des StoffesAnhang VI Abschnitt 2.1 bis 2.3.4
Identität des/der Hersteller/s oder Importeurs/der Importeure oder sonstiger LieferantenAnhang VI Abschnitt 1.1
kurze allgemeine Angaben zur Verwendung und zu den VerwendungsbedingungenAnhang VI Abschnitt 3.5
Vorschläge für ergänzende Versuche an Wirbeltieren, falls für es die Erstellung einer Stoffsicherheitsbeurteilung für erforderlich gehalten wird

Downloads

Nutzerhandbuch der ECHA: Erstellung und Einreichung von Mitteilungen nachgeschalteter Anwender in IUCLID 6

Das Handbuch beschreibt Verfahren zur Meldung von Verwendungen an die ECHA im Rahmen des Art. 38, bei denen ein "Nachgeschalteter Anwender" einen eigenen Stoffsicherheitsbericht erstellen muss."

Leitlinien zu Informationsanforderungen und Stoffsicherheitsbeurteilung Teil D: Erstellung von Expositionsszenarien (PDF-Datei, 795 KB)

Bitte beachten Sie, ebenfalls die Praktischen Beispiele für Stoffsicherheitsberichte:

Teil 1: Einleitung: Tipps und Tricks beim Planen und Erstellen eines Stoffsicherheitsberichtes. (PDF-Datei, 168 KB)
Teil 2: Beispiel eines vollständigen Stoffsicherheitsberichts eines imaginäen Stoffes und seinen Verwendungen. Inklusive Bermerkungen um bestimmte Aspekte zu erläutern. (PDF-Datei, 672 KB)
Teil 3: IUCLID 5.4 Stoffdatensatz Dieser IUCLID Datensatz beinhaltet Informationen zu den Sektionen 1 - 8 im Stoffsicherheitsbericht. Es verdeutlicht, welche Informationen aus dem IUCLID Datensatz in den Stoffsicherheitsbericht übertragen werden. Dies ist kein vollständiger IUCLID Datensatz. (i5z-Datei, 368 KB)
Teil 4: Chesar 2.1 Stoff Datensatz. Dieser Datensatz beinhaltet Informationen die in den Sektionen 9 und 10 des Stoffsicherheitsberichtes enthalten sind. Es stellt dar, wie ein Stoffsicherheitsbeurteilung mit Chesar durchgeführt und im Stoffsicherheitsbericht dokumentiert wird. (chr-Datei, 850 KB)

Referenzdokumente aus den Leitlinien zu Informationsanforderungen und Stoffsicherheitsbeurteilung (Guidance on Information Requirements and Chemical Safety):

- R.14 „Occupational Exposure Estimation“ (PDF-Datei, 887 KB) (Abschätzung der beruflichen Exposition)

- R.15 „Consumer exposure estimation“ (PDF-Datei, 702 KB) (Abschätzung der Verbraucherexposition)

 

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Weitere Informationen

Rechte und Pflichten für nachgeschaltete Anwender