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Einstufung von Stoffen

Einstufung durch Hersteller und Importeure

Hersteller und Importeure stufen ihre Stoffe nach den Kriterien der CLP-Verordnung ein. Sie stehen am Beginn der Lieferkette in der EU und haben deshalb die Verantwortung, mögliche Gefahren ihrer Stoffe zu ermitteln und die Kommunikation dieser Gefahren in der Lieferkette zu ermöglichen. Zum Beispiel sind die Einstufungen der Stoffe eine wichtige Grundlage für die Abnehmer, die Gemische formulieren und deren Einstufung vornehmen.

Intrinsische Eigenschaften und Kriterien der CLP-Verordnung

Die Hersteller/Importeure von Stoffen ermitteln deren intrinsische Eigenschaften im Hinblick auf Gesundheits-, Umwelt- und Physikalische Gefahren. Sie vergleichen diese Informationen mit den Kriterien zur Einstufung in der CLP-Verordnung um die Stoffe selbst einzustufen. Dabei berücksichtigen sie alle verfügbaren Informationen. Die Einstufungskriterien sind im Anhang I der CLP-Verordnung enthalten. Dieser ist in einzelne Abschnitte zu allen unter CLP relevanten Gefahren gegliedert. Die Leitlinien der ECHA zur Einstufung besitzen dieselbe Struktur und enthalten als Hilfestellung zu den einzelnen Regeln des Anhangs I genauere Auslegungen und Beispiele.

Selbsteinstufung, einvernehmliche Einstufung und harmonisierte Einstufung

Um für die Selbsteinstufung eine mehrfache Durchführung von Versuchen zu vermeiden und um für denselben Stoff eine möglichst einvernehmliche Einstufung zu erreichen, sollen sich im Rahmen der Datenteilung bei der REACH-Registrierung alle Hersteller und Importeure von Stoffen über 1 t/a auf eine gemeinsame Einstufung einigen. Diese Arbeit erfolgt in sogenannten SIEFs (Substance Information Exchange Forum). Durch die Pflicht zur Meldung von Stoffen in das Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis und der Plattform der ECHA zur Diskussion dieser Meldungen soll die einvernehmliche Einstufung auch erreicht werden, wenn Stoffe in Mengen unter 1 t/a hergestellt oder importiert werden.

Alle Hersteller und Importeure, die registrierungspflichtige und/oder gefährliche Stoffe (als solche oder in Gemischen) in den Verkehr bringen sind zur Meldung von Stoffen in das Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis verpflichtet. Die Einstufung eines Stoffes, der in Rahmen einer Registrierung eingereicht wurde erscheint automatisch als Eintrag in diesem Verzeichnis und ist auch als solcher markiert. Für die Mehrheit der Stoffe gibt es viele Einträge mit unterschiedlichen Einstufungen. Die Anmelder und Registranten sind verpflichtet sich um eine einvernehmliche Einstufung zu bemühen, d. h. sie sollen sich auf eine einheitliche Einstufung verständigen. Zu diesem Zweck hat die ECHA eine Plattform eingerichtet. Sie ermöglicht den Unternehmen die Kontaktaufnahme und Diskussion.

Für bestimmte Stoffe gibt es rechtsverbindliche Einstufungen, die von allen Lieferanten berücksichtigt werden müssen. Diese harmonisierte Einstufung ist im Anhang VI der CLP-Verordnung enthalten. Da im Lauf der Zeit neue Informationen zu Stoffen und ihren Gefahren verfügbar werden, wird der Anhang VI durch sogenannte Anpassungen an den technischen Fortschritt (engl. Adaptation to technical Progress ATP) erweitert. Eine zusammenfassende Darstellung der harmonisierten Einstufung des Anhangs VI und der ATPs enthält das öffentliche Einstufungs- und Kennzeichnungsverzeichnis der ECHA.

Die Selbsteinstufung und die harmonisierte Einstufung müssen zum Teil auf unterschiedliche Weise angewendet werden. Auf der Internetseite des Helpdesk finden Sie eine ausführliche Betrachtung zum Verhältnis von Selbsteinstufung und harmonisierter Einstufung von Stoffen.